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Ex-Schülersprecher Christoph Koopmann vom Team MSS 14 (den Abiturienten 2002) brachte bei der Siegerehrung auf den Punkt, was sicher alle dachten:
"Der beste 24h-Stundenlauf, den Nonnenwerth je erlebte!"

Was war das Besondere, was ihn von früheren Läufen unterscheidet? Wer so fragt, bekommt nicht die richtige Antwort. Gewiss, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
  • 500 Läufer liefen von Freitag 12 Uhr bis Samstag 12 Uhr 4696,8 km.
  • Es wurden mehr als 16 000 € an Spendengeldern gesammelt.
So viele Läufer waren noch nie unterwegs und die Spendensumme hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Aber die Zahlen sind nur ein Spiegel dessen, was diesen Lauf ausmachte. Vielleicht fangen wir von hinten an und lassen noch einmal ein paar Bilder vorüber ziehen, die etwas von der Stimmung einfangen sollten.

Es war bewegend zu sehen, wie sich am Ende der Veranstaltung noch einmal alle Teams auf die Piste begaben und trotz aller Erschöpfung die letzte Runde gemeinsam liefen. Die Erschöpfung schien plötzlich wieder wie weggeblasen und die Sportler liefen lachend und winkend an den zahlreichen Zuschauern vorbei, die sich mittlerweile zur Siegerehrung extra wieder eingefunden hatten.

Das Gemeinschaftsgefühl und die Solidarität waren wohl das Kennzeichen dieses 24-Laufs, was ihn zu einem "Event der Superlative" machte.

Das fing schon bei der Vorbereitung an. Stephan Thönißen, Leopold Steiner (beide Schülersprecher von Nonnenwerth) und Max Schäfer nahmen die Organisation selbst in die Hand. Sie wurden zwar von Lehrern (in diesem frühen Stadium durch Herrn Alt und Herrn Schulz) unterstützt, scharten jedoch eigenstädnig eine große Crew von Mitarbeitern (aus dem Schüler- und Lehrerkreis) um sich und begannen mit der Planung.

Später wurde das Orgateam nach Zuständigkeiten aufgeteilt und jeder arbeitete nach Kräften an der Vorbereitung des Laufes. Das Ergebnis war eine perfekt durchorganisierte Sportveranstaltung: Von den Absprachen mit den Fährleuten, dem Abstecken der Laufstrecke, dem Zählen der Runden (natürlich elektronisch, für die Auswertung wurde eigens ein Programm geschrieben), der Versorgung mit Getränken und Essen, der Müllentsorgung, dem Organsieren der Ersten Hilfe bis hin zur Durchführung der Siegerehrung ging alles Hand in Hand.

Eine eigene Abteilung des Orgateams kümmerte sich um Sponsoren und verwaltete die Einnahmen. Der Erlös sollte wie immer ohne irgendwelche Umwege bei denen ankommen, die Hilfe bitter nötig haben, in diesem Jahr eine Missionsstation der Franziskanerinnen in Ayawasi, Indonesien. Die Eingeborenen dort leben unter ärmlichsten Bedingungen, haben kaum ausreichend Nahrung, keine ausreichende medizinische Versorgung, von Elektrizität ganz zu schweigen.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler von Nonnenwerth von der Not der Menschen dort erfuhren, begann eine beispiellose Sammelaktion. Insbesondere unsere Jüngsten schafften es, dass das Spendenkonto schon lange vor dem Startschuss mit weit über 5.000 Euro gefüllt war. Und täglich kam mehr Geld zusammen.

Von dem Engagement angesteckt, begannen nun auch andere Klassen intensiver bei Eltern, Bekannten und Geschäften der Umgebung zu sammeln und trieben das Spendenkonto bereits ohne Startgelder weit über die 10.000 Euro-Marke. Inzwischen packten die 5a und die 7a der Ehrgeiz, die fleißigsten Spendensammler zu werden. Das Rennen machte schließlich verdient die 5a, die Klasse wurde mit einem zusätzlichen Wandertag belohnt.

Man würde den Schülern bitter Unrecht tun, wenn man ihnen vorwiegend vordergründige Motive unterstellte. Natürlich reizt ein freier Tag, aber solche Anreize würden nicht erklären, weshalb ca. 450 Schüler bei schwülwarmem Wetter Runde um Runde laufen und sich die größeren von ihnen sogar noch eine Nacht "um die Ohren schlagen". Und was sollten wohl die Motive der Ehemaligen, der Eltern und der Lehrer (die mit 20 Läufern an den Start gingen) sein? Es ging um die gute Sache, die alle Beteiligten zu einer großen Gemeinschaft zusammenwachsen ließ.

In die Gemeinschaft ausdrücklich eingeschlossen waren unsere Schwestern. Provinzoberin Sr. Maria Lay eröffnete zusammen mit Max Schäfer trotz randvollem Terminkalender den 24-Stundenlauf mit einigen Begrüßungsworten, bevor die Direktorin der Schule, Frau Michels, den Startschuss gab.

Und viele der Schwestern statteten den Läufern mindestens einen Besuch ab - oder liefen einfach mit. Und wenn die Beine so garnicht mehr wollten, dann wurde eben eine Runde im Rollstohl absolviert. Mit Sr. Bernadette war sogar eine Jubilarin am Start, sie vollendete an diesem Tag ihr 75. Lebensjahr (auf dem Bild rechts, klar in Führung).

Während die Läufer Runde um Runde zogen, entstand große Betriebsamkeit an einer anderen Stelle der Insel. 500 Teilnehmer mussten verköstigt werden. Die Untergruppe "Verpflegung" des Orgateams schnitt Kuchen, gab Getränke aus und grillte, was das Zeug hielt. Der Bedarf an Kohlehydraten konnte durch ein Nudelgericht gedeckt werden. Weil man nicht an den Aktiven verdienen wollte, wurden für die einzelnen Gerichte "Nachkriegspreise" verlangt. Wo sonst bekommt man ein Essen für ein, zwei Euro? Und haben Sie schon einmal auswärts einen Kaffee für 0,20 Euro getrunken?

Mittlerweile konnte man sich über das aktuelle Ergebnis des Laufes informieren. Die Runden wurden gezählt und je nach Jahrgangsstufe mit einem bestimmten Faktor multipliziert. Auf diese Weise wurden die Laufergebnisse der Fünfer vergleichbar mit den Leistungen der größeren Schüler - obwohl man sagen muss, dass manche unserer jüngeren Teilnehmer geradezu dahinfolgen. Gleichlautender Kommentar zweier Lehrer: "Normalerweise laufe ich ja im Wald viel langsamer. Aber ich will mich ja nicht ständig von den Kleinen überholen lassen!" Kein Kommentar vom Schreiber dieser Zeilen...

Die Läufer wurden angefeuert von den übrigen Teammitgliedern oder man ruhte sich bis zum nächsten Einsatz ein wenig aus.

Gegen 20 Uhr herrschte Aufbruchstimmung. Bis zur Jahrgangsstufe 9 liefen die Teams "nur" 12 Stunden, sie packten ihre Sachen und verließen die Insel. Als dann am Freitagabend um 20.15 Uhr die letzte Fähre fuhr und die 24-Stunden-Läufer, die Organisatoren und die Mannschaft des Roten Kreuzes aus Remagen unter sich waren, beruhigte sich die Atmosphäre. Alle stellten sich auf die lange anstrengende Nacht ein.

Es herrschte eine einmalige Atmosphäre: Rote 24-Stunden-Lämpchen markierten die Strecke auf der nur noch wenige Läufer unterwegs waren, ein kleines Zeltdorf erinnerte an romatische Zeltlagerstimmung. Die Teilnehmer warteten auf den nächsten Einsatz, zwischendrin ein kurzer Schlaf, ein wenig Rast.

Am Morgen war klar, dass die Ehemaligen keine Chancen auf einen besseren als den letzten Platz haben würden. Es waren einfach viel zu wenige Läufer an den Start gegangen. Man änderte die Taktik und legte notfalls viele Runden nur noch im Gehen zurück. Ziel war es, um jeden Preis bis zum Samstag 12 Uhr durchzuhalten.

Rechtzeitig zum Start um 8 Uhr kehrten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 9 und das 12-Stunden-Team der Eltern an den Ort des Geschehens zurück. Die Teilnehmer der 24-Stunden-Teams nutzten mittlerweile jede Gelegenheit, ihr Ruhe- und Schlafdefizit ausgzugleichen.

Als dann im Verlauf des Vormittags der Remagener Bürgermeister Herbert Georgi der Veranstaltung einen Besuch abstattete, war er beeindruckt vom Verlauf und der Stimmung des Laufes. Auch SWR-Reporterin Erika Kröll, die live vom 24h-Lauf für ihren Sender SWR 4 berichtete, wurde von dieser Stimmung angesteckt, denn fast euphorisch schwärmte sie in ihrem Bericht von diesem Ereignis.

Mittlerweile zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Klassen 7c und 9c ab. Beide hatten fast identische Punktzahlen und schenkten sich nichts. Es wurden die laufstärksten Schüler auf die Bahn geschickt, die sich bis zur Erschöpfung für ihre Klassen einsetzten.

Kurz vor 12 Uhr rief Herr Weiler die letzte Runde aus, der sich dann noch einmal fast alle Läufer der einzelnen Teams anschlossen. Und kurz darauf standen die Sieger fest.

Max Schäfer, Leopold Steiner und Stephan Thönnißen übernahmen das Mikrofon und moderierten die Siegerehrung. Auf den 3. Platz bei den 12-Stunden-Teams kam die 8a, den 1. Platz teilten sich verdient praktisch punktgleich die Mannschaften der 7c und 9c.

Bei den 24-Stunden-Teams errang den 3. Platz die MSS 12 hinter der MSS 11. Die Sieger waren die Schüler der letztjährigen (2002) MSS 13, die als MSS 14 mit eigens angefertigten T-Shirts antraten. Herzlichen Glückwunsch!

Was bleibt am Ende zu sagen?
Ein ganz großer Dank allen Beteiligten, insbesondere den Organisatoren, die in wirklich unermüdlichem Einsatz eine solche Großveranstaltung auf die Beine brachten. Ein highlight des Nonnenwerther Terminkalenders ist vorüber. Es wird aber lange im Gedächtnis - und vielleicht ist ja jetzt ein wenig Pathos erlaubt - in den Herzen der Teilnehmer und Besucher nachwirken.

So war der eigentliche Sieger der Veranstaltung am Ende die Nonnenwerther Schulgemeinschaft, also die vielen Schülerinnen und Schüler, die Eltern und Lehrer, die Schwestern der Insel und weit entfernt in Indonesien auch die Schwestern der Mission, die ja schon im Vorfeld in regem Briefwechsel mit dem Orgateam standen.

Dieter Peter und Peter Weiler
Gymnasium Nonnenwerth




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